Wenn ich mit Kund:innen arbeite, die sich klare und ruhige Räume wünschen, kommen oft der Japandi- und der skandinavische Stil zur Sprache. Beide wirken auf den ersten Blick ähnlich, aber der Boden sorgt in der Praxis für eine ganz unterschiedliche Raumwirkung. Aus meiner Erfahrung ist das eine der wichtigsten Entscheidungen, weil sie Licht, Stimmung und die gesamte Gestaltung beeinflusst.
Skandinavischer Stil: Helligkeit und Offenheit
Beim skandinavischen Stil steht der Boden vor allem für Helligkeit und ein offenes Raumgefühl. Helle Holzarten wie Eiche, Esche oder Kiefer sind hier typisch, besonders in Wohnungen mit weniger Tageslicht. Ich habe oft erlebt, dass ein heller Holzboden einen Raum deutlich größer und luftiger wirken lässt.
Auch die Oberfläche spielt eine wichtige Rolle. Matte oder leicht gebürstete Oberflächen vermeiden Blendungen und sorgen für eine entspannte, natürliche Atmosphäre. Breite Dielen helfen zusätzlich, den Raum ruhiger wirken zu lassen, da sie weniger Fugen zeigen. In Kombination mit hellen Wandfarben entsteht so ein sehr klares und angenehmes Gesamtbild.
Japandi Stil: Ruhig und Ausgeglichen
Der Japandi-Stil setzt einen etwas anderen Schwerpunkt. Hier geht es weniger um maximale Helligkeit, sondern um ein Gefühl von Ruhe und Balance. Was ich in vielen Projekten sehe: Die Böden sind oft etwas wärmer oder minimal dunkler, zum Beispiel in naturbelassener Eiche, Bambus oder auch Stein.
Die Oberflächen bleiben matt, aber die Struktur ist oft stärker spürbar. Dadurch entsteht eine gewisse Tiefe, ohne dass der Raum unruhig wirkt. Besonders in Wohnbereichen funktioniert das sehr gut zusammen mit warmem, indirektem Licht. Der Raum fühlt sich dadurch ruhig, stabil und angenehm an.
Wie der Boden den gesamten Raum beeinflusst
Der Boden wirkt sich immer auf den gesamten Raum aus und beeinflusst, wie wir ihn wahrnehmen. Helle skandinavische Böden reflektieren mehr Licht, wodurch Wände weicher wirken und Räume größer erscheinen. Das ist besonders in kleineren Wohnungen oder bei wenig Tageslicht ein großer Vorteil.
Japandi-Böden schaffen dagegen einen sanften Kontrast zu neutralen Wandfarben wie Beige oder Off-White. Sie strukturieren den Raum, ohne ihn zu dominieren. Beide Stile verfolgen dabei ein ähnliches Ziel: weniger visuelle Unruhe und ein Wohngefühl, das ruhig und funktional ist.
Fazit
Wenn Sie sich zwischen diesen beiden Stilen entscheiden, sollten Sie zuerst überlegen, wie sich Ihr Zuhause anfühlen soll. Helle Böden unterstützen ein offenes, leichtes Raumgefühl, während wärmere Töne mehr Ruhe und Geborgenheit bringen.
Der Boden ist die Grundlage der Gestaltung. Wenn diese Entscheidung gut getroffen ist, lassen sich alle weiteren Elemente im Raum deutlich einfacher darauf abstimmen.



